Mit Rang 7 an den Europa-Meisterschaften in Antony (FRA) erreichte das Schweizer Frauen-Degenteam das selbst gesetzte Ziel eines Platzes unter den besten acht Nationen. Für Nationaltrainer Ronan Gustin bestätigt das Resultat den aktuellen Leistungsstand des Teams – und zeigt gleichzeitig auf, woran bis zu den Weltmeisterschaften in Hongkong noch gearbeitet werden muss.
Die Niederlagen gegen Frankreich und Estland seien erwartbar gewesen, sagt Ronan. Beide Teams gehörten zur Weltspitze und seien derzeit noch eine Nummer zu gross für die Schweiz. Umso wichtiger seien die Siege gegen Deutschland und Israel gewesen. Diese Mannschaften bewegten sich auf einem ähnlichen Niveau. «Wir haben diese Begegnungen dank einer guten Vorbereitung und einer disziplinierten Umsetzung unseres Matchplans gewonnen», erklärt der Nationaltrainer.
Als wichtigste Entwicklung der vergangenen Monate bezeichnet Ronan die Fortschritte bei der Distanzkontrolle. Das Team habe gelernt, den Raum auf der Piste besser zu nutzen, disziplinierter zu agieren und Fehler zu vermeiden, die zuvor häufig entscheidende Treffer gekostet hätten. Diese Fortschritte hätten sich an den Europa-Meisterschaften deutlich gezeigt, auch wenn in diesem Bereich weiterhin Verbesserungspotenzial bestehe.
Bis zu den Weltmeisterschaften Ende Juli liegt der Schwerpunkt deshalb auf der weiteren individuellen Entwicklung der vier Athletinnen. Jede Fechterin arbeite an ihren technischen, taktischen und mentalen Entwicklungsfeldern. «Wenn jede Athletin den nächsten Schritt macht, profitiert das gesamte Team», sagt Gustin. Das gelte auch für die Distanzkontrolle, in der mehr Konstanz gefragt sei.
In Hongkong erwartet den Schweizerinnen eine noch grössere Herausforderung. Neben der höheren sportlichen Qualität aller teilnehmenden Nationen werde auch der Druck deutlich grösser sein als an den Europa-Meisterschaften. Entscheidend sei deshalb, in den wichtigen Momenten ruhig zu bleiben, den Matchplan konsequent umzusetzen und unnötige Fehler zu vermeiden.
Den Erfolg der Weltmeisterschaften will Ronan nicht ausschliesslich am Schlussklassement messen. Wichtiger sei, ob sich die Athletinnen weiterentwickelten und ihre Fortschritte auch unter Wettkampfbedingungen zeigen könnten. «Wenn jede Athletin ihr Niveau steigert und sich diese Entwicklung im Team bemerkbar macht, dann ist das ein Erfolg», sagt der Nationaltrainer.
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