«Nur wer präsent ist, kann die Zukunft des Fechtsports mitgestalten»

Von 16.06.2026Office

Swiss Fencing war am 13. und 14. Juni am Kongress der European Fencing Confederation (EFC) in Paris vertreten. Max Heinzer und Flavio da Silva Souza nutzten die Gelegenheit, um Kontakte zu pflegen, Anliegen des Schweizer Fechtsports einzubringen und sich über aktuelle Entwicklungen auf europäischer Ebene auszutauschen.

Für Max gehört die Präsenz an solchen Anlässen zu den zentralen Aufgaben eines nationalen Verbandes. «Nur wer präsent ist und den direkten Austausch sucht, kann die Zukunft des Fechtsports mitgestalten und die Interessen des Schweizer Fechtsports wirkungsvoll vertreten», betont er. Der Kongress sei nicht nur eine Plattform für formelle Beschlüsse, sondern vor allem auch ein Ort der Begegnung zwischen den Verbänden.

Ein Thema, das Max besonders beschäftigte, war die Planung der internationalen Wettkampfkalender. Noch immer würden viele Termine sowohl von der EFC als auch von der FIE erst spät veröffentlicht. Für Vereine, Veranstalter und Athlet*innen sei eine verlässliche Planung jedoch von grosser Bedeutung. Swiss Fencing setzt sich deshalb dafür ein, dass internationale Kalender künftig deutlich früher publiziert werden. Davon würden letztlich alle Beteiligten profitieren.

Die Delegierten der europäischen Fechtverbände trafen sich Mitte Juni in Paris zum EFC-Kongress 2026.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Zukunft der europäischen Kadetten-Circuit. Für junge Fechter*innen biete diese Serie die Möglichkeit, internationale Erfahrungen zu sammeln, ohne bereits in jungen Jahren rund um die Welt reisen zu müssen. Heinzer zeigt sich zuversichtlich, dass die EFC die Bedeutung dieses Formats erkannt hat. Sein Eindruck sei, dass man auf einem guten Weg sei, die Serie langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.

Auch die Professionalisierung des Fechtsports stand auf der Traktandenliste. Swiss Fencing unterstützt unter anderem die Idee, an Elite-Europameisterschaften Preisgelder einzuführen. Die Leistungen der Athlet*innen würden dadurch stärker anerkannt und die Attraktivität des Sports erhöht. In diesem Punkt stiess der Schweizer Verband allerdings noch auf wenig Unterstützung.

Neben den offiziellen Sitzungen bot der Kongress auch Gelegenheit für persönliche Gespräche. Besonders in Erinnerung geblieben ist Max der Austausch mit FIE-Interimspräsident Abdel Monem El-Husseiny. Als sich Max vorstellen wollte, habe ihn dieser bereits nach wenigen Sekunden unterbrochen und erklärt, dass er seine Karriere als Fechter über Jahre verfolgt habe. Da El-Husseiny selbst zweifacher Olympiateilnehmer im Florettfechten war, entwickelte sich rasch ein offenes Gespräch auf Augenhöhe.

Dabei erhielt auch der Schweizer Fechtsport viel Anerkennung. El-Husseiny würdigte die Qualität der internationalen Veranstaltungen in der Schweiz und hob hervor, dass ein vergleichsweise kleines Land seit Jahrzehnten regelmässig Athlet*innen von Weltklasse hervorbringe. Besonders die Weltcups in Bern und Basel geniessen innerhalb der FIE einen ausgezeichneten Ruf und nehmen weiterhin einen wichtigen Platz im internationalen Kalender ein.

«Offen gesagt war es mir fast etwas unangenehm, in so kurzer Zeit so viel Lob zu erhalten», sagt Max mit einem Schmunzeln. Das Kompliment gebe er deshalb gerne weiter. Insbesondere die Teams in Basel und Bern würden seit Jahren mit grossem Engagement dazu beitragen, dass der Schweizer Fechtsport international hoch angesehen sei.

Swiss Fencing wird die Kontakte auf europäischer und internationaler Ebene auch in den kommenden Monaten weiter pflegen. Bereits im November wird der Verband am nächsten FIE-Kongress in Budapest erneut vertreten sein.

Fotos: © BizziTeam