Am 8th Kamnik Open in Slowenien hat Säbelfechter Axel Richter (CHCH Châteleine) am 17. Mai 2026 die Silbermedaille geholt!
Nach den Poule-Gefechten lag Axel auf dem 3. Rang. In der Direktausscheidung kämpfte er sich erfolgreich bis ins Final, wo er sich einzig dem Turniersieger Noah Te Velde (USA) geschlagen geben musste.
Auch Alexandre Rossetti (CEF Founex) gelang eine Top 8 Platzierung. Er beendete das Turnier auf dem 7. Schlussrang.
Lothar Winiger ist verantwortlich für die Entwicklung des Säbelfechtens in der Schweiz. Wir haben ihn zu den in letzter Zeit sehr erfolgreichen Säbelfechtern im Allgemeinen und zum Erfolg von Axel im Speziellen befragt.
Lothar, Wie ordnest du Axels Erfolg in Kamnik sportlich ein – und was sagt er über die Entwicklung des Schweizer Säbelfechtens aus?
Das ist ein sehr gutes Resultat. Der Weg aufs Podest war nicht einfach, und die Anwesenheit des amerikanischen Siegers zeigt, dass sich die Eurofencing-Turniere längst nicht nur auf Europa beschränken. Axel ist damit der beste europäische Säbler dieses Wettkampfs. Das zeigt, dass sich die Schweiz auch als kleine Nation im Säbel einen Platz erarbeiten kann. Dieses Resultat ist kein Zufall, sondern spiegelt den Einsatz von Axel und der Trainingsgruppe wider, mit der er arbeitet.
Das Schweizer Fechten wird oft stark mit dem Degen verbunden. Was macht den Säbel aus deiner Sicht besonders attraktiv – sportlich, taktisch und emotional?
Trotz gemeinsamer Grundlagen unterscheiden sich Säbel und Degen technisch und taktisch stark. Als ich mit dem Fechten begonnen habe, umfasste der Anfängerunterricht jeweils sechs Monate Säbel und sechs Monate Degen. Nachdem ich beide Waffen ausprobiert hatte, gefielen mir die Explosivität des Säbels, die Konsequenz in der Entscheidungsfindung und die ständige Anpassung an den Gegner besonders gut. Der Säbel erschien mir schwieriger, weil falsche Entscheidungen sofort bestraft werden. Gleichzeitig waren aber die Bestätigung durch gute Entscheidungen und die Freude am schnellen Spiel ausschlaggebend für mich. Die kurzen, schnellen Aktionen stimulieren vielleicht auch häufiger das dopaminerge System und damit das Gefühl der Zufriedenheit.
Gerade im Nachwuchs erzielen die Schweizer Säbler zuletzt regelmässig starke Resultate. Welche Arbeit steckt hinter dieser Entwicklung?
Die Arbeit war immer da. Die heutigen Schweizer Säbler profitieren vom Erbe früherer Generationen und eignen sich Erfahrungen aus Wettkampf und Spiel an. Bereits früher konnten sich talentierte Säbler profilieren, auch wenn einige in der Schweiz ausgebildete Athletinnen und Athleten ihre Titel später unter anderen Farben gewannen.
Die Resultate dieser Saison stammen von den ersten Fechterinnen und Fechtern, die kontinuierlich von Swiss Fencing unterstützt wurden, nachdem die Empfehlungen des Säbeltrainerstabs berücksichtigt worden waren. Ich denke dabei etwa an Alex Biggio, der an den Europameisterschaften Fünfter wurde. Seine Resultate während der Saison, die von persönlichen Schwierigkeiten geprägt war, hätten ihm eigentlich keine Teilnahme an der EM ermöglicht. Wir wussten aber, dass er das Potenzial für ein solches Resultat hat, und haben ihn deshalb unterstützt. Die Fakten zeigen, dass gegenseitiges Zuhören und gegenseitiges Verständnis Früchte getragen haben.
Viele Aussenstehende erleben den Säbel als schnell und schwer verständlich. Wie erklärst du jemandem, der noch nie Säbelfechten gesehen hat, die Faszination dieser Waffe?
Der Säbel ist wie jede andere Tätigkeit mit einem technischen Anspruch. Auf den ersten Blick wirkt vieles vielleicht unmöglich, doch die Fortschritte kommen schnell, und man fühlt sich genauso rasch wohl wie in jeder anderen Sportart. Und wenn die Schwierigkeit zunächst hoch erscheint, dann ist die Freude umso grösser, wenn eine einstudierte Aktion im Gefecht gelingt.
Was braucht es, damit das Säbelfechten in der Schweiz langfristig noch sichtbarer und erfolgreicher wird?
Ich denke, die Präsenz der Säblerinnen und Säbler in den sozialen Netzwerken, im Newsletter und auf der Website von Swiss Fencing ist bereits ein grosser Fortschritt. Fechten erhält allgemein nur wenig Präsenz im Fernsehen. Wenn sich der Säbel dort stärker etablieren möchte, müssen entsprechende Resultate geliefert werden, die diese Aufmerksamkeit rechtfertigen.