Sion feiert seinen Weltmeister Lucas Malcotti

Von 31.08.2026Ehrung

Gut einen Monat nach seinem WM-Triumph in Hongkong ist Lucas Malcotti in Sion gefeiert worden. Vertreter*innen aus Politik, Sport und Gesellschaft würdigten am Freitag, 28. August, den ersten Weltmeistertitel des Walliser Degenfechters.

Rund 40 Personen nahmen am offiziellen Empfang teil. Unter den Gästen waren der Sittener Stadtpräsident Philippe Varone, der Walliser Staatsrat Stéphane Ganzer, Ralf Kreuzer vom kantonalen Sportamt, der Sittener Sportverantwortliche Blaise Crittin und Céline Dessimoz, Präsidentin des Walliser Grossen Rates. Auch zahlreiche Persönlichkeiten aus dem Fechtsport waren dabei, darunter die beiden Olympiamedaillengewinner Jean-Blaise und Guy Evéquoz sowie die frühere Europameisterin Tiffany Géroudet.

Zu Beginn konnten die Gäste noch einmal miterleben, wie Malcotti am 25. Juli in Hongkong Geschichte geschrieben hatte: Auf einer Leinwand wurde sein WM-Finale gezeigt. Danach folgten Ansprachen der Behörden und des Weltmeisters selbst.

Nach dem offiziellen Teil ging die Feier bei einem Apéro weiter. Wer den Sport von Lucas Malcotti nicht nur auf der Leinwand sehen wollte, konnte bei einer Einführung ins Fechten selbst eine Waffe in die Hand nehmen.

Im Interview spricht der 30-Jährige über den Moment, in dem ihm sein WM-Titel wirklich bewusst wurde, über schwierige Phasen seiner Karriere und darüber, weshalb er nach dem grössten Erfolg seiner bisherigen Laufbahn noch lange nicht am Ziel ist.

Lucas, einen Monat nach deinem Weltmeistertitel in Hongkong: Was ist dir von diesem Tag und diesem Sieg am stärksten in Erinnerung geblieben?

Ich glaube, es ist vor allem der Moment, in dem einem bewusst wird, dass man Weltmeister ist. Während des ganzen Wettkampfs konzentriert man sich auf jeden einzelnen Treffer und denkt nicht wirklich darüber nach, was das alles bedeutet. Nach dem letzten Treffer fällt die ganze Anspannung ab – und plötzlich realisiert man es. Mit etwas Abstand denke ich vor allem an die vielen Jahre Arbeit und an all die Menschen, die mich auf dem Weg zu diesem Sieg begleitet haben.

Am Freitag, 28. August, haben Sion und dein Club deinen Weltmeistertitel gefeiert. Wie hast du diesen Tag erlebt?

Es war ein ganz besonderer und sehr emotionaler Tag. In Hongkong war ich während des Wettkampfs völlig in meiner eigenen Welt. Nach Sion zurückzukehren und zu sehen, wie viele Menschen zusammengekommen sind, um diesen Titel zu feiern, hat mich sehr berührt. Der Club spielt eine wichtige Rolle in meiner Laufbahn. Hier habe ich mit dem Fechten begonnen und bin als Fechter gross geworden. Diese Medaille steht für mich deshalb auch für all die Menschen, die mich begleitet haben.

Der Weltmeistertitel ist der grösste Erfolg deiner bisherigen Karriere. Hat er verändert, wie du dich selbst als Fechter siehst?

Natürlich verändert sich der Blick der anderen ein wenig. Aber ich selbst bin derselbe Mensch geblieben. Der Titel motiviert mich vor allem, noch mehr zu arbeiten. Jetzt wollen die anderen mich schlagen. Es liegt also an mir, mich weiterzuentwickeln.

Hinter dieser Goldmedaille liegen viele Jahre Arbeit und auch schwierige Momente. Welcher Moment war für deine Entwicklung besonders wichtig?

Ich glaube, gerade die schwierigen Momente haben mich am meisten weitergebracht. Es gab Phasen mit Zweifeln, aber ich habe immer versucht, weiterzumachen. Gleichzeitig hatte ich das Glück, in einem Club wie Sion gross zu werden, in dem es eine echte Kontinuität zwischen den Generationen gibt. Wissen und Erfahrung werden weitergegeben. Ich glaube, das ist auch einer der Gründe, weshalb Sion im Fechten so stark ist.

Wie setzt man sich neue Ziele, nachdem man Weltmeister geworden ist?

Das ist nicht unbedingt einfach, nachdem man ein so grosses Ziel erreicht hat. Aber ich glaube, entscheidend ist, sich weiterzuentwickeln. Ich habe noch viele Ziele: weiterhin auf höchstem Niveau erfolgreich zu sein, weitere grosse Wettkämpfe zu gewinnen und natürlich die Olympischen Spiele zu erreichen.

Ich hoffe auch, dass dieser Titel unserem Sport noch mehr Sichtbarkeit verschafft und der Verband weiterhin stärker in die Athleten und in die Bedingungen investieren kann, die Spitzenleistungen ermöglichen. Wir haben ein Team mit viel Potenzial. Jetzt müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, damit es sich weiterentwickeln kann. Mein wichtigstes persönliches Ziel ist aber zunächst, mich an der Weltspitze zu behaupten.